Zur Offenlegung vorweg: Ich verkaufe 3D-Rundgänge selbst. Lies die Einordnung also mit diesem Wissen – und genau deshalb stehen hier keine Fantasiezahlen, sondern die Preise anderer Anbieter mit Quelle. Am Ende der Kosten-Serie fehlte noch dieser Beitrag; hier ist er.
Was andere Anbieter aufrufen
Wichtig zur Einordnung: Alles, was jetzt kommt, sind Eigenangaben von Dienstleistern zu ihren eigenen Preisen. Das ist keine neutrale Markterhebung, und jeder dieser Anbieter hat ein Interesse daran, seine Zahlen gut aussehen zu lassen. Ich auch. Trotzdem ist es eine brauchbare Orientierung – mehr gibt es öffentlich nicht.
Der Münchner Anbieter 360 Grad Aufnahmen nennt in seinem Ratgeber vom April 2026 drei Klassen: ab 299 Euro für einen Standard-Rundgang aus 360-Grad-Panoramen, ab 499 Euro für einen Matterport-3D-Rundgang mit Grundriss und ab 2.500 Euro für eine conversion-optimierte Variante mit Video-Einblendungen und Kontaktformularen im Rundgang. Für eine Veröffentlichung bei Google Street View gibt der Anbieter ab 399 Euro an; wie sich das zu seinen Projektbeispielen verhält, sagt er nicht. Konkret werden diese Beispiele, alles Nettopreise: Für ein Restaurant oder Café mit 150 Quadratmetern nennt er 499 bis 899 Euro als Standard-Rundgang mit Street View, für ein Einfamilienhaus mit 180 Quadratmetern 699 bis 1.200 Euro als Matterport-Scan.
Die Hamburger omnia360 GmbH staffelt in ihrem Beitrag vom Februar 2026 nach Fläche: 490 bis 1.490 Euro ab 100 Quadratmetern für Ladenlokale, Arztpraxen und kleine Büros, 1.490 bis 3.490 Euro ab 500 Quadratmetern für Fitnessstudios und Showrooms, für Hallen und große Bürokomplexe ab 2.000 Quadratmetern dann ab 3.490 Euro. In diesen Preisen stecken laut Anbieter die Aufnahme vor Ort, die Nachbearbeitung, drei Infopunkte und mindestens ein Jahr Hosting – Reisekosten ausdrücklich nicht. Das ist allerdings nur die eine Hälfte des Angebots: Für individuell gestaltete Rundgänge in deinem Corporate Design nennt derselbe Anbieter 3.000, 5.500 und 8.000 Euro als Einstieg, gestaffelt nach Zahl der Standpunkte.
Deutlich günstiger startet die Kölner Agentur Offenblende: „ab 179 € in ganz Deutschland“. Die Seite listet zwar einen allgemeinen Leistungsumfang – Beratung, Erstellung, Nachbearbeitung, Hosting, Online-Objektbegehung, Branding –, sagt aber nicht, was davon im Einstiegspreis steckt; die eigentliche Preisliste gibt es nur gegen ein Formular. Einen 2D-Grundriss zu einer Matterport-Tour berechnet die Agentur mit 25 Euro netto pro Etage extra. Solche Einstiegspreise sagen dir wenig über dein Projekt – sie zeigen dir nur, wo die Verhandlung anfängt.
Zusammengenommen zeigen die beiden ausführlichen Quellen für einen Laden, ein Restaurant oder eine Praxis in üblicher Größe dasselbe Fenster: vom mittleren dreistelligen bis in den niedrigen vierstelligen Bereich. Nicht 100 Euro – und für einen Betrieb dieser Größe auch nicht 10.000. Der Startpreis von Offenblende liegt darunter; was er konkret enthält, steht aber nicht auf der Seite. Nach oben hört es damit nicht auf: Für einen Industriepark oder Showroom ab 5.000 Quadratmetern veranschlagt 360 Grad Aufnahmen 5.000 bis 12.000 Euro netto – allerdings für die conversion-optimierte Variante mit Video, nicht für einen einfachen Rundgang.
Warum die Spannen so weit auseinandergehen
Zwei verschiedene Techniken heißen gleich. Ein Panorama-Rundgang verbindet einzelne 360-Grad-Fotos zu einem begehbaren Weg durch die Räume. Ein Matterport-Scan vermisst den Raum dreidimensional und liefert daraus ein 3D-Modell, einen Grundriss und die Möglichkeit, Abstände zu messen. 360 Grad Aufnahmen trennt die beiden Techniken sauber im Preis – ab 299 Euro für den Panorama-Rundgang, ab 499 Euro für den Matterport-Scan. Wenn ein Angebot diese Trennung nicht ausweist, frag nach, welche der beiden Techniken du bekommst.
Die Fläche. 360 Grad Aufnahmen rechnet nach eigener Angabe mit einem Panorama-Standpunkt pro 20 bis 30 Quadratmeter. Das ist eine ehrliche Faustregel: Jeder Standpunkt kostet Zeit vor Ort und Zeit in der Nachbearbeitung. Ein Barbershop mit zwei Räumen ist damit an einem Vormittag erledigt, ein Autohaus mit zwei Etagen nicht.
Was der Rundgang können soll. Reines Anschauen ist die Grundvariante. Sobald Videos im Rundgang eingeblendet werden, ein Kontaktformular direkt darin steht oder eine Anbindung an dein Buchungssystem dazukommt, landest du bei 360 Grad Aufnahmen in der Klasse ab 2.500 Euro. Für die meisten Betriebe aus der Region ist das kein sinnvoller Einstieg.
Die Kosten, die im ersten Angebot gern fehlen
Das Hosting. Beim reinen Panorama-Rundgang kann es entfallen: 360 Grad Aufnahmen sagt für seinen Standard-Rundgang ausdrücklich, dass keine laufenden Kosten anfallen. Selbstverständlich ist das nicht – omnia360 etwa berechnet eine Hosting-Gebühr, sobald omnia360 selbst hostet. Ein Matterport-Rundgang liegt ohnehin nicht auf deinem Server, sondern in der Matterport-Cloud, und die läuft im Abo; 360 Grad Aufnahmen setzt dafür ab etwa 10 Euro im Monat an. Matterport staffelt seine Tarife nach der Zahl der aktiven Rundgänge – im kostenlosen Paket ist genau ein Rundgang aktiv, die Bezahlstufen beginnen bei fünf aktiven Rundgängen. Für dich als Betrieb mit einem einzigen Rundgang ist das überschaubar, aber es ist eine laufende Position, kein Einmalpreis. Und das ist die Frage, die du im Erstgespräch stellen solltest: Wer zahlt den laufenden Betrieb – du oder der Dienstleister?
Die Anfahrt. Bei omnia360 kommen die Reisekosten laut Anbieter zum Paketpreis dazu. 360 Grad Aufnahmen berechnet im Raum München nach eigener Angabe keine Zusatzkosten und rechnet deutschlandweit in der Regel mit 45 Cent pro Kilometer, bei Bedarf plus Übernachtung. Rechne das einmal für eine Anreise aus Hamburg oder München nach Rendsburg durch – dann weißt du, warum ich diesen Punkt aufführe. Für einen Betrieb in Büdelsdorf, Fockbek oder Osterrönfeld fallen die Anfahrtskosten bei mir schlicht weg.
Kleinigkeiten, die extra kosten. Der Grundriss, mehr als die enthaltenen Infopunkte, die Veröffentlichung bei Google Street View: Bei den Anbietern, die ich zitiere, stehen diese Leistungen teils als eigene Positionen. Lass dir vor der Zusage aufschreiben, was im Preis steckt und was nicht.
Rechnet sich das für einen Betrieb aus der Region?
Ehrliche Antwort: Das hängt davon ab, ob deine Räume Teil deiner Leistung sind. Bei einem Ladenlokal, einem Restaurant, einer Praxis oder einer Eventfläche entscheiden Kunden auch danach, wie es bei dir aussieht – da arbeitet ein Rundgang. Bei einer Werkstatt ohne Kundenverkehr oder einem reinen Onlineversand arbeitet er nicht, und dann rate ich dir davon ab. Ausführlicher habe ich das im Beitrag 3D-Rundgang für Einzelhandel und Gastronomie aufgeschrieben, inklusive der Fälle, in denen sich ein Rundgang nicht lohnt.
Was den Vergleich mit anderen Videoformaten angeht: Ein Rundgang ist einmal erstellt und dann jahrelang aktuell, solange du nicht umbaust. Ein Imagefilm erzählt dafür eine Geschichte, die ein Rundgang nicht erzählen kann. Die beiden ersetzen sich nicht – sie beantworten verschiedene Fragen deiner Kunden.
Und was kostet es bei mir?
Keine Preisliste im Blog, und zwar aus einem Grund: Ich müsste sie an einer angenommenen Fläche festmachen, die dein Betrieb wahrscheinlich nicht hat. Ich rechne dir das an deiner echten Fläche durch: Aufnahme, Nachbearbeitung, Einbettung auf deiner Website – und die laufenden Hosting-Kosten getrennt ausgewiesen. Wie das Ergebnis aussieht, siehst du auf meiner Seite zum 3D-Rundgang: Dort läuft ein echter Scan aus einem Rendsburger Betrieb – du kannst dich frei darin bewegen.
Du willst eine Zahl für deine Räume?
Sag mir im kostenlosen Erstgespräch, wie groß deine Fläche ist und wofür der Rundgang gedacht ist – du bekommst ein Angebot, in dem jede Position einzeln steht. Und wenn sich ein Rundgang bei dir nicht lohnt, sage ich dir das.
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