Wer „Was kostet ein Werbevideo?“ googelt, findet Zahlen zwischen 800 und 50.000 Euro. Beide Enden stimmen. Das Problem ist nicht die Spanne – es ist das Wort: „Werbevideo“ meint bei jedem Anbieter etwas anderes. Hier ist die Einordnung, mit der du Angebote endlich vergleichen kannst.
„Werbevideo“ ist kein Produkt, sondern ein Sammelbegriff
Unter dem Begriff laufen Dinge, die kaum etwas miteinander zu tun haben: der 20-Sekunden-Clip für Instagram, das Produktvideo für den Shop, der Spot vor dem Kinofilm. Gleicher Name, völlig anderer Aufwand. Deshalb ist jede Zahl, die dir ohne Rückfrage genannt wird, wertlos – und jedes Angebot, das nur eine Summe enthält, auch.
Sortier deine Anfrage also zuerst nach dem, was das Video leisten soll. Danach wird der Preis plötzlich nachvollziehbar.
Was Anbieter am Markt aufrufen
Drei aktuelle Preisleitfäden aus dem deutschen Markt, alle für 2026, alle abgerufen am 17.08.2026:
Die Agentur Rislinger Marketing e.K. nennt in ihrem Preisleitfaden für einen Social-Media-Clip von 30 bis 60 Sekunden 800 bis 3.000 Euro, für ein Produktvideo 1.500 bis 8.000 Euro und für ein Erklärvideo 2.000 bis 10.000 Euro. Einen kompletten Drehtag inklusive Crew, Equipment und Anfahrt beziffert die Agentur bei ihren typischen Projekten mit kleinen und mittleren Unternehmen auf 1.500 bis 3.500 Euro.
Die FUTRIZE GmbH aus Lübeck setzt in ihrer Kostenübersicht einen Social-Spot von 15 bis 30 Sekunden bei 1.500 bis 4.500 Euro an.
Die Eigenart Filmproduktion liegt in ihrem Ratgeber am oberen Ende: Werbevideo ab 8.000 Euro, TV-Spot 8.000 bis 50.000 Euro, Social-Media-Video dagegen 800 bis 3.000 Euro. Für ein Zwei-Personen-Team mit Kamera-, Licht- und Tontechnik rechnet sie mit 1.500 bis 2.500 Euro pro Drehtag, für größere Crews mit Regie, zweiter Kamera und Maske ab 3.500 Euro.
Zwei Dinge zur Einordnung. Erstens: Das sind Eigenangaben von Anbietern, die selbst Videos verkaufen – keine neutrale Marktstudie. Rislinger schreibt das sogar dazu und nennt die Werte unverbindliche Planungs- und Erfahrungswerte, ausdrücklich keine allgemeingültigen Marktpreise. Zweitens: Trotzdem zeigen alle drei dasselbe Muster. Der Preis hängt am Aufwand, nicht am Etikett. Ein Social-Clip liegt bei allen dreien zwischen rund 800 und 4.500 Euro, ein aufwendiger Spot um ein Vielfaches darüber.
Wovon der Preis wirklich abhängt
Drehtage und Crewgröße. Der Kostenblock, den du wirklich steuern kannst. Zwei Leute an einem Tag oder sechs Leute an dreien – das ist der Unterschied zwischen vierstellig und fünfstellig.
Vorbereitung. Konzept, Ablaufplan, Absprachen. Klingt nach Verwaltung, spart aber am Drehtag genau die Stunden, die Geld kosten: die, in denen alle rumstehen und überlegen.
Anzahl der Fassungen. Hier liegt der Hebel, den die meisten übersehen. Aus einem Drehtag lassen sich neben dem Hauptvideo mehrere Kurzfassungen für Social Media schneiden. Die kosten in der Postproduktion einen Bruchteil eines neuen Drehs – und holen aus meiner Erfahrung deutlich mehr aus einem einzelnen Drehtag heraus.
Länge dagegen kaum. Ein Minutenpreis ist irreführend, und die Eigenart Filmproduktion schreibt das in ihrem Ratgeber genauso: Entscheidend sind Drehtage, Teamgröße und Postproduktion. Ein 30-Sekünder kann teurer sein als ein Dreiminüter.
Was realistisch ist, wenn du in Rendsburg sitzt
Für die meisten Betriebe hier – Handwerk, Dienstleistung, Handel – ist die Rechnung überschaubar: ein konzentrierter Drehtag im Betrieb, daraus ein Hauptvideo plus mehrere Kurzfassungen. Das liegt im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich. Kein TV-Spot-Budget, aber auch nichts, was man nebenbei mit dem Handy erledigt.
Ein Vorteil, der in keiner Preisliste steht: kurze Wege. Ich komme aus Rendsburg. Für einen Dreh in Büdelsdorf, Fockbek oder Osterrönfeld zahlst du keine Anfahrtspauschalen und keinen Reisetag, den eine Agentur aus der Großstadt mitrechnen muss.
Rechnet sich das?
Rechne nicht das Video gegen null, sondern gegen die Alternative. Was kostet dich der Werbeplatz, auf dem das Video später läuft – und wie oft läuft es? Ein Video, das zwei Jahre auf deiner Startseite, in Anzeigen und im Verkaufsgespräch arbeitet, verteilt seine Kosten über die gesamte Laufzeit. Eine Printanzeige ist nach einer Ausgabe weg.
Wenn du zwischen Formaten schwankst: Für den Blick aufs große Ganze ist eher ein Imagefilm das Richtige – die Preisklassen dafür habe ich in einem eigenen Artikel aufgeschlüsselt. Geht es ums Personal, findest du die Zahlen im Artikel Was kostet ein Recruitingvideo?
Du willst keine Spanne, sondern eine Zahl?
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