Bei meinen Produktionen ist der Drehtag meist der kürzeste Teil. Ob er gut wird, entscheidet sich aber vorher: an ein paar Absprachen, die nur du treffen kannst. Hier steht, was du zwei Wochen vorher, am Tag davor und am Drehtag selbst erledigen solltest – und was du dir sparen kannst.
Was eine neutrale Checkliste dazu sagt
Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), ein Projekt im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums, hat eine Checkliste mit 24 Punkten veröffentlicht, aufgeteilt in drei Abschnitte: vor dem Dreh, während der Produktion, nach dem Dreh. Wichtig zur Einordnung: Sie richtet sich an Betriebe, die ihr Video selbst drehen. Trotzdem lohnt der Blick, denn viele Punkte im Abschnitt „Vor dem Dreh“ bleiben auch mit Videograf bei dir. Das Ziel des Videos ausformulieren, die Zielgruppe festlegen, die Kanäle auswählen, die Protagonisten bestimmen, alle Teilnehmenden über Ablauf und Aufgaben informieren: Entscheiden musst am Ende du – ich helfe dir beim Sortieren.
Die Technik-Punkte aus dem mittleren Abschnitt – Akkus, Speicherplatz, Licht, die Kontrolle, ob Bild und Ton wirklich aufgenommen werden – sind dagegen mein Job. Darum musst du dich nicht kümmern.
Zwei Wochen vorher: die Entscheidungen
Ein Ziel, nicht drei. Soll das Video Bewerber bringen, Kunden überzeugen oder deinen Social-Media-Kanal füttern? Daraus ergibt sich, wen ich filme und was die Leute erzählen. Für Bewerber ist es ein Recruitingvideo, für Kunden eher ein Imagefilm, für den laufenden Kanal kurze Clips für Social Media. Aus einem Drehtag kann ich mehrere Formate schneiden – aber eins davon muss die Hauptsache sein.
Eine Person, die den Hut aufhat. Bestimm jemanden im Betrieb, der am Drehtag ansprechbar ist, Türen aufschließt und weiß, wer wann wo ist. Das muss nicht der Chef sein. Es sollte aber jemand sein, der Entscheidungen treffen darf.
Die Leute fragen, nicht einteilen. Wer vor die Kamera soll, muss das vorher wissen und zugesagt haben. Wer nicht will, bleibt draußen. Dazu gehört auch die Einwilligung – die KOFA-Checkliste führt die Einverständniserklärungen aller Mitwirkenden, falls nötig, ausdrücklich als Punkt vor dem Dreh auf. Was dabei rechtlich gilt und wie du mit Kollegen umgehst, die nicht ins Bild wollen, habe ich im Beitrag Meine Mitarbeiter wollen nicht vor die Kamera aufgeschrieben.
Den Drehtag in den Schichtplan. Die Personen, die im Video vorkommen, müssen an dem Tag da sein. Bei Schicht- oder Montagebetrieb klingt das banal und ist nach meiner Erfahrung der Punkt, an dem Drehtermine am häufigsten wackeln.
Am Tag davor: der Betrieb
Aufräumen, aber nicht steril machen. Leere Kaffeebecher, Kartons im Gang, Kabelsalat am Arbeitsplatz: weg damit. Werkzeug, Material und Spuren echter Arbeit dürfen bleiben. Ein Betrieb, der aussieht wie ein Ausstellungsraum, wirkt im Video unecht.
Schutzausrüstung prüfen. Wer im Video ohne vorgeschriebene Schutzbrille an der Flex steht, sendet das falsche Signal – an Kunden genauso wie an Bewerber. Was bei der Arbeit getragen werden muss, wird auch im Video getragen.
Lärmquellen klären. Kompressor, Radio, Lüftung, Gabelstapler: Für Arbeitsszenen darf es laut sein, für Interviews brauche ich einen ruhigen Raum. Die KOFA-Checkliste nennt abgestellte Hintergrundgeräusche als eigenen Punkt. Sag mir vorher, welche Geräusche sich abstellen lassen und welche nicht – dann plane ich die Interviews darum herum.
Kunden und Nachbarn vorwarnen. Wenn am Drehtag Kundschaft im Laden ist oder auf dem Hof gearbeitet wird, häng einen Zettel auf. Wer nicht ins Bild will, wird nicht gefilmt.
Am Drehtag: wenig, aber das Richtige
Flugmodus an, Handy weg. Den Flugmodus nennt auch die KOFA-Checkliste. Ich rate zusätzlich, das Handy für die Aufnahme ganz wegzulegen: Ein Handy in der Hosentasche zeichnet sich im Bild ab und reibt am Ansteckmikro.
Essen und Getränke organisieren. Klingt nach Nebensache, steht aber als eigener Punkt in der KOFA-Checkliste. Plan auch die Pausen gleich mit ein. Wer um 14 Uhr noch nichts gegessen hat, hat im Interview keine Lust mehr zu erzählen.
Keine Texte auswendig lernen lassen. Auswendig gelernte Sätze klingen im Video wie auswendig gelernt. Ich stelle Fragen, die Leute antworten in ihren eigenen Worten. Wenn ein Satz nicht sitzt, frage ich einfach noch mal.
Was du dir sparen kannst
Licht, Ton und Kamera bringe ich mit, die Drehreihenfolge plane ich. Du musst kein Storyboard schreiben und keine Technik besorgen. Die Fragen für die Interviews bekommst du vorher zum Abstimmen, nicht zum Auswendiglernen. Und weil ich in Rendsburg sitze, ist eine fehlende Einstellung kein Drama: Bei Betrieben in der Umgebung, etwa in Büdelsdorf oder Fockbek, komme ich für eine kurze Nachaufnahme noch einmal vorbei.
Wie viel Zeit vor und nach dem Drehtag tatsächlich vergeht, steht im Beitrag Wie lange dauert eine Videoproduktion?
Ein Beispiel dafür, was ein Video für einen Betrieb leisten kann: Die Paasch & Reincke GmbH hat über ein einziges Recruitingvideo drei neue Mitarbeiter eingestellt.
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Im kostenlosen Erstgespräch gehen wir deinen Betrieb durch: wer vor die Kamera soll, welche Räume sich eignen und wann es in deinen Ablauf passt. Wenn wir zusammenarbeiten, bekommst du danach einen Drehplan.
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